INTERVIEWS / BERICHTE

BERICHT KROATIEN 2005

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alles fing ganz harmlos an.........
Mladen hatte vor einiger Zeit den irrwitzigen Einfall, man könnte doch mal einen Abstecher in Richtung Osten wagen, so eine art Tournee bei den vermeintlich
hinsichtlich metal kompromisslos begeistertsten Mitbürgern Europas.
Anfangs war noch die Rede von 2-3 Wochen im Tourbus inkl. Zweitband und Fahrer, mit einer Route von Ungarn bis zu den Griechen via da und dort sowie inkl. Umweg nach  jenseits von Transsilvanien oder soundso undsoweiter.
Doch so wie die Zeit verging, wurde man sich der zu jenem Zeitpunkt leicht utopiebehafteten Vorstellungen unsereins bewusst und einigte sich auf zwei aufeinanderfolgende Konzerte im Heimatland unseres 4Saiten Fetischisten. 
Es war dann jedenfalls ein sehr vielseitiges und unvergessliches Erlebnis; angefangen beim bürokratischen Wahnsinn unserer schweizer Warenausfuhrbestimmungen über bestechliche ausländische Zollbeamten bis hin zu fliegenden Stühlen und bängenden Lokomotivführern..


Wir haben hier in Wort und Bild  einiges für euch festgehalten:

Fast, aber nicht ganz so hoch war der
Formulare-Stapel  unseres Carne-ata's um die Instrumente aus, durch, und wieder einführen
zu dürfen....   
 
...die Jungs an gewissen Grenzübergängen hatten so ulkige Mützen an, unter denen sich harte Nüsse befanden, die es in form von Schokoladentafeln (!?!) oder mit den einschlägigen Männermagazinen unseres Buschauffeurs zu bestechen galt.   
 
Die armen Leute, welche mit der ursprünglichen Absicht - nach einer ca.12 stündigen Schlaf-Fahrt entspannt und unauffällig am Zielort anzukommen - frohen Mutes in Zürich eingestiegen sind, haben unglücklicherweise nicht mit uns gerechnet. Mit jeder Grenzüberquerung und der damit verbundenen Wartezeiten (zwischen 20 und 70 Minuten) auf Grund unseres Papier- und Instrumentenkrempels, schienen deren Gemüter düsterer zu werden. Empörtes Gefasel sowie gegen uns gerichtete obszöne Schimpfwörter  wurden hörbar . Am Ende wäre unseren gebeutelten Mitreisenden wahrscheinlich nicht einmal mehr dadurch einen Lacher zu entlocken gewesen,  hätten wir als Ländlerkapelle verkleidet halbierte Schaukelstühle verteilt....      
 
Am Zielort in Zagreb angekommen, wurden wir von unserem dort ansässigen Konzertmanager Tomislav empfangen und zum Essen eingeladen. 
 
Er hatte seinen  Transporter  dabei; und das war dann auch gleich sein grosser Fehler, denn von da an musste er auf Grund gewissen Platzmangels stets zwei bis drei Fahrten pro Destination tätigen...
 
Da wir aber noch ca. 5 Stunden nach Osijek zu fahren hatten, gabs denn zum Glück für diesen Tag noch einen WV Bus inkl. Chauffeuse!  
 
Diese Fahrt war dann der momentan absolut klinische Tod für uns.... schlafen konnte bisher ja eigentlich niemand von uns seit den letzten 28 Stunden (ausser natürlich Herr Zeig, unser Sänger... der hatte so ne geile Augen-scheuh-klappe der Firma Lufthansa dabei.... ) und in diesem WV Bus musste eben gefestet werden, weil der Manager der hatte einen Haufen zu erzählen, und mit jedem weiteren Bier dass er sich zu Gemüte führte, wurden die Geschichten wilder und lauter. Er wusste auch eine Menge über das Land und die Umgebung zu erzählen; so erfuhren wir dann, was es mit den Minenfeldern am Strassenrand, all den Ruinen und den Einschusslöchern in den Häusern auf sich hatte.... dies senkte dann die Stimmung doch erheblich.
          
Unser Freund / Roadie/ Bodyguard / T-Shirt Verkäufer und Kamerateam all- in- one man. Ohne ihn hätten wir ziemlich blöde ausgesehen... überdies ist er noch ZEN- praktikant; er war nämlich der einzige von uns, der unbedingt und ausdrücklich  in unserer Schlaf-Suite (weiter unten) noch einen Ruheplatz auf dem Boden finden wollte. Der Rest zwängte sich auf die verschiedenen "Betten".
Zwischendurch gabs als allgemeinen Beschäftigungstherapie noch einen Bauch- Contest....
Siegerbauch



Verliererbauch

Doch einer stand über all dem........... es war der edle Ritter der Schlaghaftigkeit, St. Pete; Beschützer der barmherzigen Bierdosen, Peiniger der  Becken, Fellen und Trommelfellen....  
So hats vielfach am Strassenrand ausgesehen; eingezäunte und mit Warnschildern versehene Gebiete die von einer schrecklichen Zeit zeugen.....
In Osijek angekommen war es bereits etwa 18 Uhr abends und somit reichlich spät und höchste zeit zum aufstellen. Aber der hiesige Audioexperte hielt es eben für gediegen, dennoch eine ruhige Kugel zu schieben, was dann im Endeffekt dazu führte, dass unser Soundheck etwa um 20h stattfand, das Konzert um etwa 22h begann und unser Gig dann irgendwann zwischen 1 Uhr und 3 Uhr morgens stattfand (ehrlich gesagt haben wir keinen blassen Schimmer mehr um welche Zeit wir gespielt haben... kein wunder nach nunmehr 42 stunden schlaflos). Jedenfalls ging der Gig dann ab wie Pressluft und die Leute - erstaunlicherweise ein rechter Haufen Volk zu solch später Stunde - schlugen sich beim Bängen vor Freude fast die Fritten am Fussboden an. Allen voran unser Manager (übrigens im normalen Leben ein top seriöser Lokomotivführer der Kroatischen  Eisenbahn) An dieser Stelle ein grosses Danke für die gute Stimmung dort!!!!! 
Im Verlaufe des Abends in Osijek wurde übrigens unser Roadie Nummer 2, normalerweise hört er auf den Namen "Nidi", durch einen durchtriebenen Bösewicht mehr oder weniger kompromisslos auf den Namen "Mr.Slivoviz" (so in etwa heisst Schnaps auf kroatisch) umgetauft... danach gings ihm erst mal sehr gut...  
Nidi - "Mr. Slivoviz" in anderen Dimensionen

  Der Bösewicht

.     Auch als wir uns nach nunmehr ca.50 Stunden Halbwachheit und auf den Knien um Schlafmöglichkeiten betend erneut im Kleinbus in Richtung Zagreb befanden, hatte Mr. Slivoviz noch immer ein riesen Schnitzel im Gesicht und hielt sich damit wach, indem er gewisse Personen mit seinem unbeschreiblichen Fussgeruch in den Wahnsinn zu treiben versuchte.... zu glück fiel er dann irgendwann ins Tiefschlafdelirium
Dieser jungen Mann konnte trotz Kinderschokolade anbietendem Krümelmonster an seiner Seite die Augen bald nach Abfahrt nicht mehr offen halten.....
Schliesslich in Zagreb angekommen, musste zuerst einmal das ganze Equipment wieder in den Extrem-Transporter unseres Gastgebers umverladen werden, und dann ergab sich endlich die Aussicht in der 2 Zimmerwohnung desselben auf ein 5-7 stündiges aneinanderhängendes Nickerchen !!!
Es mussten  nur noch ein paar Liegestätten gebastelt und geklärt werden, wer von den 7 Personen wo umzufallen hatte. 
Roderick hatte das Scheffbett; es war etwa einen Meter zu kurz für seine weissen Socken....
Als wir dann gegen Abend des dritten Tages unserer Reise in Richtung Konzerthalle in Zagreb namens "Boogaloo" pilgerten, plagte jeden von uns gleich mehrere Leiden, und somit war der vermeintlich wichtigere/grössere Gig dann auch mit weit weniger Energie behaftet wie jener am Vorabend...
Trotzdem bleibt hier noch einiges zu erwähnen;
Zum Beispiel: 
- Gehe nie aufs gerate wohl in irgend in ein Restaurant in Zagreb, denn es könnt sein, dass sie leider gerade keine Tomaten im Haus haben und du es aber erst erfährst, wenn die Pizza mit vergammeltem Schafskäse pur bereits auf deinem Teller liegt. Oder der bestellte gemischte und dann aus Gemüsemangel im Haus versprochene Thon Salat entpuppt sich als ein versalzenes Mus aus überdimensionalen Hörnlis mit hellbrauner Geschlabbersauce vermischt. Und wundere dich nicht, falls dir der Koch dort beim verlassen des Restaurants noch ein paar wüste Schimpfwörter hinterher ruft; es war ja deine Schuld, dass er überhaupt was kochen musste...

- Gebe nie mit einem völlig übermüdeten Sänger in einer zu 1/4 gefüllten Grosshalle ein Konzert, wo einige Besucher es eventuell vorziehen, sich das Konzert vom Barhocker aus anzusehen. Es könnte nämlich sein, dass der Trällerheini auf einmal von der Bühne springt und die Stühle der besagten Zuschauer stocksauer an die 10 Meter entfernte Wand schmeisst (zum Glück ohne den vorherigen Besitzer darauf).

-  Falls dich mal jemand zu einem traditionellen slavisch-  kroatischen selbstgekochten Essen einladen will, sag in jedem fall zu, du wirst es nicht bereuen!!
Das war nämlich der krönende Abschluss unserer Reise am nächsten Tag beim Sänger von "Undercode" Damian und seiner Frau; die haben uns dermassen königlich bekocht, dass es noch für die ganze Car Reise retour nach Zürich angehalten hat.
Vielen tausend dank nochmals für diese edle Geste!!

An dieser Stelle endet unser Bericht. Konzertfotos sind unter Bilder / Kategorie "Konzerte Kroatien 2005" zu finden. Bleibt noch ein fettes DANKESCHÖN an Tomislav unseren Konzertmanager und Gastgeber für diesen unvergesslichen Trip und seinen unermüdlichen Einsatz als Fahrer, Hotelier, Kurier, Fan und Motivator  auszusprechen!!!

 
 

 

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