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alles fing ganz harmlos an.........
Mladen hatte vor einiger Zeit den irrwitzigen Einfall, man könnte
doch mal einen Abstecher in Richtung Osten wagen, so eine art
Tournee bei den vermeintlich
hinsichtlich metal kompromisslos
begeistertsten Mitbürgern Europas.
Anfangs war noch die Rede von 2-3 Wochen im Tourbus inkl. Zweitband
und Fahrer, mit einer Route von Ungarn bis zu den Griechen via da
und dort sowie inkl. Umweg nach jenseits von Transsilvanien oder soundso undsoweiter.
Doch so wie die Zeit verging, wurde man sich der zu jenem Zeitpunkt
leicht utopiebehafteten Vorstellungen unsereins bewusst und einigte
sich auf zwei aufeinanderfolgende Konzerte im Heimatland unseres
4Saiten Fetischisten.
Es war dann jedenfalls ein sehr vielseitiges und unvergessliches
Erlebnis; angefangen beim bürokratischen Wahnsinn unserer schweizer
Warenausfuhrbestimmungen über bestechliche ausländische
Zollbeamten bis hin zu fliegenden Stühlen und bängenden Lokomotivführern..
Wir haben hier in Wort und
Bild einiges für euch festgehalten:
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Fast, aber nicht ganz so hoch war der
Formulare-Stapel unseres
Carne-ata's um die Instrumente aus, durch, und wieder einführen
zu
dürfen....
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...die Jungs an gewissen Grenzübergängen hatten so ulkige Mützen
an, unter denen sich harte Nüsse befanden, die es in form von
Schokoladentafeln (!?!) oder mit den einschlägigen Männermagazinen
unseres Buschauffeurs zu bestechen galt.
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Die armen Leute, welche mit der ursprünglichen Absicht - nach einer
ca.12 stündigen Schlaf-Fahrt entspannt und unauffällig am Zielort
anzukommen - frohen Mutes in Zürich eingestiegen sind, haben
unglücklicherweise nicht mit uns gerechnet. Mit jeder Grenzüberquerung
und der damit verbundenen Wartezeiten (zwischen 20 und 70 Minuten)
auf Grund unseres Papier- und Instrumentenkrempels, schienen deren
Gemüter düsterer zu werden. Empörtes Gefasel sowie gegen uns
gerichtete obszöne Schimpfwörter wurden hörbar . Am Ende
wäre unseren gebeutelten Mitreisenden wahrscheinlich nicht einmal
mehr dadurch einen Lacher zu entlocken gewesen, hätten wir
als Ländlerkapelle verkleidet halbierte Schaukelstühle
verteilt....
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Am Zielort in Zagreb angekommen, wurden wir von unserem dort
ansässigen Konzertmanager Tomislav empfangen und zum Essen eingeladen.
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Er hatte seinen Transporter dabei; und das war dann auch gleich sein
grosser Fehler, denn von da an musste er auf Grund gewissen
Platzmangels stets zwei bis drei Fahrten pro Destination tätigen...
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Da wir aber noch ca. 5 Stunden nach Osijek zu fahren hatten, gabs
denn zum Glück für diesen Tag noch einen WV Bus inkl. Chauffeuse!
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Diese Fahrt war dann der momentan absolut klinische Tod für uns.... schlafen
konnte bisher ja eigentlich niemand von uns seit den letzten 28 Stunden (ausser
natürlich Herr Zeig, unser Sänger... der hatte so ne geile Augen-scheuh-klappe
der Firma Lufthansa dabei.... ) und in diesem WV Bus musste eben gefestet
werden, weil der Manager der hatte einen Haufen zu erzählen, und mit jedem
weiteren Bier dass er sich zu Gemüte führte, wurden die Geschichten wilder und
lauter. Er wusste auch eine Menge über das Land und die Umgebung zu erzählen;
so erfuhren wir dann, was es mit den Minenfeldern am Strassenrand, all den
Ruinen und den Einschusslöchern in den Häusern auf sich hatte.... dies senkte
dann die Stimmung doch erheblich.
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Unser Freund / Roadie/ Bodyguard / T-Shirt Verkäufer und Kamerateam all- in-
one man. Ohne ihn hätten wir ziemlich blöde ausgesehen... überdies ist er
noch ZEN- praktikant; er war nämlich der einzige von uns, der unbedingt und
ausdrücklich in unserer Schlaf-Suite (weiter unten) noch einen Ruheplatz
auf dem Boden finden wollte. Der Rest zwängte sich auf die verschiedenen
"Betten".
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Zwischendurch gabs als allgemeinen Beschäftigungstherapie noch einen Bauch-
Contest....
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Siegerbauch
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Verliererbauch
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Doch einer stand über all dem........... es war der edle Ritter der
Schlaghaftigkeit, St. Pete; Beschützer der barmherzigen Bierdosen, Peiniger
der Becken, Fellen und Trommelfellen....
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So hats vielfach am Strassenrand ausgesehen; eingezäunte und mit Warnschildern
versehene Gebiete die von einer schrecklichen Zeit zeugen.....
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In Osijek angekommen war es bereits etwa 18 Uhr abends und somit reichlich spät
und höchste zeit zum aufstellen. Aber der hiesige Audioexperte hielt es eben
für gediegen, dennoch eine ruhige Kugel zu schieben, was dann im Endeffekt dazu
führte, dass unser Soundheck etwa um 20h stattfand, das Konzert um etwa 22h
begann und unser Gig dann irgendwann zwischen 1 Uhr und 3 Uhr morgens stattfand
(ehrlich gesagt haben wir keinen blassen Schimmer mehr um welche Zeit wir
gespielt haben... kein wunder nach nunmehr 42 stunden schlaflos). Jedenfalls
ging der Gig dann ab wie Pressluft und die Leute - erstaunlicherweise ein
rechter Haufen Volk zu solch später Stunde - schlugen sich beim Bängen vor
Freude fast die Fritten am Fussboden an. Allen voran unser Manager (übrigens im
normalen Leben ein top seriöser Lokomotivführer der Kroatischen
Eisenbahn) An dieser Stelle ein grosses Danke für die gute Stimmung
dort!!!!!
Im Verlaufe des Abends in Osijek wurde übrigens unser Roadie Nummer 2,
normalerweise hört er auf den Namen "Nidi", durch einen
durchtriebenen Bösewicht mehr oder weniger kompromisslos auf den Namen "Mr.Slivoviz"
(so in etwa heisst Schnaps auf kroatisch) umgetauft... danach gings ihm erst mal
sehr gut...
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Nidi - "Mr. Slivoviz" in anderen Dimensionen
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Der Bösewicht
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Auch als wir uns nach nunmehr ca.50 Stunden Halbwachheit und auf den Knien um
Schlafmöglichkeiten betend erneut im Kleinbus in Richtung Zagreb befanden,
hatte Mr. Slivoviz noch immer ein riesen Schnitzel im Gesicht und hielt sich
damit wach, indem er gewisse Personen mit seinem unbeschreiblichen Fussgeruch in
den Wahnsinn zu treiben versuchte.... zu glück fiel er dann irgendwann ins
Tiefschlafdelirium
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Dieser jungen Mann konnte trotz Kinderschokolade anbietendem Krümelmonster an
seiner Seite die Augen bald nach Abfahrt nicht mehr offen halten.....
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Schliesslich in Zagreb angekommen, musste zuerst einmal das ganze Equipment
wieder in den Extrem-Transporter unseres Gastgebers umverladen werden, und dann
ergab sich endlich die Aussicht in der 2 Zimmerwohnung desselben auf ein 5-7 stündiges aneinanderhängendes Nickerchen !!!
Es mussten nur noch ein paar Liegestätten gebastelt und geklärt werden,
wer von den 7 Personen wo umzufallen hatte.
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Roderick hatte das Scheffbett; es war etwa einen Meter zu kurz für seine
weissen Socken....
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Als wir dann gegen Abend des dritten Tages unserer Reise in Richtung
Konzerthalle in Zagreb namens "Boogaloo" pilgerten, plagte jeden von
uns gleich mehrere Leiden, und somit war der vermeintlich wichtigere/grössere
Gig dann auch mit weit weniger Energie behaftet wie jener am Vorabend...
Trotzdem bleibt hier noch einiges zu erwähnen;
Zum Beispiel:
- Gehe nie aufs gerate wohl in irgend in ein Restaurant in Zagreb, denn es
könnt sein, dass sie leider gerade keine Tomaten im Haus haben und du es aber
erst erfährst, wenn die Pizza mit vergammeltem Schafskäse pur bereits auf
deinem Teller liegt. Oder der bestellte gemischte und dann aus Gemüsemangel im
Haus versprochene Thon Salat entpuppt sich als ein versalzenes Mus aus
überdimensionalen Hörnlis mit hellbrauner Geschlabbersauce vermischt. Und
wundere dich nicht, falls dir der Koch dort beim verlassen des Restaurants noch
ein paar wüste Schimpfwörter hinterher ruft; es war ja deine Schuld, dass er
überhaupt was kochen musste...
- Gebe nie mit einem völlig übermüdeten Sänger in einer zu 1/4 gefüllten
Grosshalle ein Konzert, wo einige Besucher es eventuell vorziehen, sich das
Konzert vom Barhocker aus anzusehen. Es könnte nämlich sein, dass der
Trällerheini auf einmal von der Bühne springt und die Stühle der besagten
Zuschauer stocksauer an die 10 Meter entfernte Wand schmeisst (zum Glück ohne
den vorherigen Besitzer darauf).
- Falls dich mal jemand zu einem traditionellen slavisch-
kroatischen selbstgekochten Essen einladen will, sag in jedem fall zu, du wirst
es nicht bereuen!!
Das war nämlich der krönende Abschluss unserer Reise am nächsten Tag beim
Sänger von "Undercode" Damian und seiner Frau; die haben uns dermassen
königlich bekocht, dass es noch für die ganze Car Reise retour nach Zürich
angehalten hat.
Vielen tausend dank nochmals für diese edle Geste!!
An dieser Stelle endet unser Bericht. Konzertfotos sind unter Bilder
/ Kategorie "Konzerte Kroatien 2005" zu finden. Bleibt noch ein
fettes DANKESCHÖN an Tomislav unseren Konzertmanager und Gastgeber für diesen
unvergesslichen Trip und seinen unermüdlichen Einsatz als Fahrer, Hotelier,
Kurier, Fan und Motivator auszusprechen!!!
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